LF 2.1 – Demografischer Wandel – Generationenvertrag, Hypothesen und Hochaltrigkeit

Generationenvertrag

Der Generationenvertrag beinhaltet das Umlageverfahren in der Rentenversicherung, durch dass die ältere Generation mit Geld versorgt wird und der Einzahlende selbst Anspruch auf Versorgung erwirbt.
Im weiteren Sinne beinhaltet er auch, dass bei staatlichen finanziellen Entscheidungen immer auch geschaut werden muss ob diese Entscheidung allen Generationen gerecht wird.

Für den einzelnen heißt der Generationenvertrag: Es wird nicht nur für sich und seine Familie gesorgt, sondern für die Gesellschaft.



Medikalisierungshypothese

Die Medikalisierungshypothese besagt, dass je älter der Mensch wird, desto länger wird auch der Zeitraum in dem er krank ist. Zudem steigt die Zahl der multimorbiden Menschen.
Die Gesundheitsausgaben pro Person steigen somit, die solidarische Finanzierung ist in Gefahr.



Kompressionshypothese

Die Kompressionshypothese besagt, dass je älter der Mensch wird, desto mehr beschwerdefreie Jahre durchlebt er.
Die Gesundheitsausgaben werden erst am Lebensende höher.

Junge alte sind teurer (Therapie) als alte alte (keine Therapie mehr) 



Kennzeichen für Hochaltrigkeit

– Menschen ab 85 Jahren
– Funktion von Körper und Geist lassen nach
– Der Ressourcenhaushalt ist durch die Funktionsverluste eingeschränkt
– Multimorbidität
– bei 50% Demenz -> Chance an Demenz zu erkranken steigt mit dem Lebensalter

– seltener schwere Erkrankungen -> Schwer erkrankte Menschen sterben meist vor der Hochaltrigkeit



Wohlbefindenheitsparadox

Alte Menschen lassen sich meist von Verlusten weniger beeindrucken.
Sie scheinen erstaunlich resilient zu sein.
Die meisten älteren Menschen geben an, sich wohl zu fühlen und mit ihrem Leben zufrieden zu sein, trotz zahlreicher erlittener Verluste.



Chronische Erkrankungen – soziale Ungleichheit/Armut – demografische Alterung

Menschen aus den unteren Schicht gehen häufig einer körperlich harten Arbeit nach die schlecht bezahlt wird. Oft haben sie auch  weniger Bildung erfahren und können  sich nicht adäquat Ernähren. Daher entstehen chronische Erkrankungen häufiger aber auch früher. 

Diabetes Rheuma 

Lange Finanzierung der Behandlung 

Kosten im gesundheitswesen steigt in die Höhe 

Kosten entstehen nicht nur durch alte sondern durch Arme chronisch kranke

LF 2.1 – Demografischer Wandel II – Was ist das und welche Folgen gibt es?

Demografie – Begriff

Lehre von der Bevölkerungsentwicklung/Bevölkerungsstrukturaufbau



Ursachen für den demografischen Wandel

Der demografische Wandel ist die Veränderung der Altersstruktur der Bevölkerung. Das heißt es gibt in Deutschland immer mehr ältere aber immer weniger jüngere Menschen.
Gründe dafür sind:

Verbesserte Ernährung
wer gutes Isst, lebt länger

Medizinische Versorgung
jeder der sie braucht, wird medizinisch versorgt

Medizinischer Fortschritt
die medizinischen Leistungen verbessern sich immer weiter

Abwesenheit von Krieg
Kein Krieg = keine Toten durch Krieg

Steigende Lebenserwartungen durch Vorsorge
Lebensbedrohliche Erkrankungen werden (fühzeitig) erkannt, es kann früh Interventiert werden, zudem wird Präventiv gehandelt

Zu wenig Kindertagesplätze
Paare entscheiden sich dafür keine Kinder oder nur wenig Kinder zu bekommen, da die Unterbringung gefährdet ist

Familie und Beruf sind nicht miteinander vereinbar
Frauen/Paare entscheiden sich für die Karriere und nicht für Kinder

Verhütungsmittel
Leichter Zugang zu (günstigen und wirksamen) Verhütungsmitteln

Kinder sind ein Armutsrisiko
Je mehr Kinder eine Familie hat, desdo höher das Armutsrisiko. Alleinerziehende sind besonders betroffen.

„Kinder können das Armutsrisiko erhöhen, da Kinder einerseits den Bedarf des Haushalts unmittelbar steigern, andererseits die Betreuungsaufgaben einen Ausgleich durch Mehrarbeit erschweren oder sogar verhindern.[…]“

Geburtenrate
aktuell sinkt die Geburtenrate immer weiter, es gibt immer mehr Singles oder Kinderlose Paare, Kinderlosigkeit wird gesellschaftlich akzeptiert

Migration
Deutschland ist Zuwanderungsland, junge Zuwanderer holen oft ihre Eltern nach. Die Menschen aus der Zuwanderungswellen in den 1960er – 1980er Jahren sind mittlerweile „alt“



Folgen aus soziologischer Sicht

1. Herausforderung für die sozialen Sicherungssysteme
– immer weniger wird eingezahlt
– Erhöhung von Beitragssätzen ► führt zu Einkommensverlust
– weniger Erwerbstätige die einzahlen ►kleinere Geburtenrate als Sterberate

2. Anstieg des Bedarfs an altersgerechten Angeboten im Bereich Wohnen und Pflege
– altersgerechter Wohnraum benötigt (Barrierefreiheit) ►führt sonst zu Singularisierung und sozialem Rückzug -> hohes Suchtpotential
– mehr Pflegepersonal benötigt
– Wohnraum muss bezahlbar sein

3. Dem erhöhten Bedarf steht ein sinkendes Angebot an Arbeitskräften in diesem Bereich gegenüber
– Mehrarbeit für bestehendes Personal ► führt zu Überlastung und Überforderung
– führt zu „satt und sauber“ Pflege da Zeitmangel herrscht ► führt zu sozialer Isolation

4. Ausdünnung familialer Netzwerke
– weniger Kinder werden geboren, kleinere Familien, keine Absicherung
– Kinder ziehen häufiger weiter weg (der Arbeit nach)

5. Flexibilität und Mobilitätserfodernisse er Wirtschaft erschweren den Aufbau komplexer und tragfähiger Netzwerke
– Beruf und Familie nicht miteinander vereinbar ► Mobilitätsfördreung der Wirtschaft (AG)

6. Notwendigkeit der Substitution familialer Netzwerke durch nachbarschaftliche Netzwerke, Vernetztung innerhalb des Stadtteils
– Begleitung durch Ehrenamt bei alleinstehenden Alten



Folgen für die Pflege

1. Der ambulante Sektor muss weiter ausgebaut werden

2. Anzahl der zu Pflegenden steigt wegen der zunehmenden Anzahl alter und hochaltriger Menschen ► Multimorbidität

3. Anzahl der pflegenden Angehörigen sinkt. Die Kinder übernehmen die Pflege ihrer Eltern nicht mehr. ► z.B.: durch Berufstätigkeit, weil sie nicht vor Ort sind oder weil keine Bereitschaft besteht die Pflege zu übernehmen

4. Es wird mehr Pflegepersonal gebraucht bei sinkender Anzahl von Berufsanfängern

5. Die Anzahl der dementen Menschen wird steigen und damit auch der Pflegebedarf ► Das Risiko an Demenz zu erkranken steigt mit zunehmenden Alter

6. Die Gruppe alleinstehender Menschen wird größer. Dies wird Betreuungs und Pflegeinhalte verändern (Einsamkeitsprävention als pflegerische Aufgabe) ► der Singularisierung vorbeugen

7. Es wird mehr pflegebedürftige Menschen mit Migrationshintergrund geben.

8. Die Bedeutung von kulturübergreifender Pflege wird steigen  ► auch in Bezug auf Arbeitskollegen



Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt

Es entsteht ein Fachkräfteengpass: Was kann gegen den Fachkräftemangel getan werden?
– ältere müssen länger arbeiten ► Unternehmen müssen die Arbeit altersgerechter gestalten

– es werden mehr Betreuungsangebote für Kinder benötigt ► damit mehr Frauen arbeiten gehen können

– es müssen flexiblere Arbeitzeitmodelle geschaffen werden ► um Arbeitnehmern mit Familie die Rückkehr in den Beruf zu ermöglichen/ damit Arbeitnehmer mit Familie weiter arbeiten können

– Förderung lebenslanger Bildung
– Änderung des Zuwanderungsrechtes ► um Fachkräfte aus dem Ausland leichter beziehen zu können

– Menschen mit Migrationshintergrund müssen besser in den Arbeitsmarkt integriert werden
– Frauen und Männer müssen (endlich) gleich viel verdienen

LF 2.1 – Demografischer Wandel I – Gerontologische Rahmendaten

bearbeitet am 09.06.2017

Altersstrukturdaten

Verjüngung

Alte Menschen fühlen sich im Alter „jünger“ als vorherige Generationen, bezogen auf Gesundheits- und Geisteszustand, Kompetenz und Leistungsfähigkeit. Ihnen wird auch in den Massenmedien jugendliches Aussehen, sexuelle Attraktivität, Modernität und Aufgeschlossenheit zugesprochen.
-> Dadurch dass sich die alten Menschen jung fühlen, verhalten sie sich auch so. Pflegebedürftig werden somit nur die „alten“ Alten.

Pflegealter verschiebt sich nach hinten 

Entberuflichung

Durch die höhere Lebenserwartung bleibt mehr Lebenszeit nach der Berufstätigkeit. Der Übergang in den Ruhestand muss nicht mehr dazu führen, sich alt oder ausgegliedert zu fühlen.
-> Um mit ihrer Freizeit mehr Anfangen zu können und sich gebraucht zu fühlen, helfen alte Menschen ehrenamtlich in der Pflege und Betreuung mit.

Feminisierung

Der Großteil der alten Menschen ist weiblich. Ältere Frauen haben oft nur wenig Berufsleben erlebt, da sie anfangs die Kinder großzogen und später den Ehepartner pflegten. Dadurch verdienten sie deutlich weniger als gleichaltrige Männer.
-> Dadurch dass viele Frauen nur von weiblichen Pflegekräften gepflegt werden wollen und es im Alter mehr Frauen als Männer gibt, benötigt die Pflege weiterhin mehr weibliche Pfleger als männliche.

Singularisierung

Es wird unterschieden in erzwungene (z.B. Verwittwung) und gewollte Singularisierung.
Je älter die Menschen werden desdo mehr allein Lebende gibt es unter ihnen. Isolation und Vereinsamung nehmen zu, dies führt häufig zu Suchtmittelabhängigkeit.
-> Wichtig für die Pflege ist, präventiv zu wirken.

Hochaltrigkeit

die Anzahl der über 90-Jährigen steigt sprunghaft immer weiter an.
-> In den Altenheimen werden zukünftig mehr multimorbide Menschen leben.

 



 

Kommunalspezifische Handlungsfelder

Zusammengefasste Ziele: Abwanderung entgegenwirken, Segregationsprozessen verhindern, Wirtschaftsstandort stärken

1. Planung der Infrastruktur
Eine Zielgruppenorientierte Infrastruktur erhöht die Attraktivität der Kommune.

2. Finanzen
Es stehen mehr Finanzielle Mittel zur Verfügung. Es wird immer mehr Geld für das Gesundheitssystem benötigt. Weniger Ausgaben für Kinder, mehr für alte. 

Dir Rente sinkt real

Private Vorsorge nötig + Betriebsrente



3. Urbanität/Flächenentwicklung
Fokus wird auf den Erhalt und Ausbau Urbaner Zentren gelegt, weniger auf den Bau nach Außen.
Siedlungsplanung und Wohnungsbestand an die demographische Entwicklung anpassen.

4. Sozialer Segregation engegenwirken
Segregation = räumliche Trennung der Wohngebiete von sozialen Gruppen
Nötig ist eine sozial stabile, integrative und ganzheitliche Stadtteilpolitik.

5. Wohnungsmarkt
Schaffen von erschwinglichem und barrierefreiem Wohnraum.

6. Integration
Integration von Migranten durch Sport, Bildung und interkulturelle Öffnung.
Hat sich in den letzten Jahren schon verbessert.

7. Kinder- und Familienfreundlichkeit
Verbesserung der Kinderbetreuung sowie Realisierung integrierender Angebote.
Ist in den letzten Jahren eher schlechter geworden.
Chancengleichheit für Kinder und Jugendliche sichern.

8. Seniorenpolitik
Vordergründig steht die Aktivierung der Potenziale älterer Menschen im Fokus.
Politisches Engagement stärken.

9. Bildung
Bildungsangebote sinken, Schulen schließen oder werden zusammengelegt.

Am Bildungsangebot muss weiter gearbeitet werden.

Positiv: VHS-Kurse für ältere Menschen.

10. Ehrenamtliches Engagement
Oft beschäftigen sich ältere Menschen ehrenamtlich. Das sollte anerkannt, gewürdigt und gefördert werden.
Selbstständigkeit im Alter unterstützen.

11. Arbeitsmarkt
Fokus muss auf Flexible Arbeitszeitmodelle gelegt werden, um jungen/modernen Arbeitnehmern gerechter zu werden.
Immer weniger Jugendliche machen eine Ausbildung, es herrscht Fachkräftemangel.

auf geht’s…!

Moin ihr Lieben!
Ich bin Kati, 25 Jahre alt und im zweiten Ausbildungsjahr zur Altenpflegerin.
Bei mir geht es jetzt auf die Zwischenprüfungen zu – ja ok, bis zur mündlichen ist noch nen halbes Jahr hin, aber dass ist schneller rum als man „lernen“ sagen kann.

Da ich gut lernen kann dadurch dass ich Dinge immer und immer wieder aufschreibe, habe ich mir gedacht dass ich meine Notizen und Lerninhalte ja auch in Form eines Blogs festhalten kann.
So hab nicht nur ich was davon, sondern vielleicht auch die ein oder andere (angehende) Altenpflegerin.

Um es nur schonmal vorweg zunehmen, wenn ich von Altenpflegerin spreche, meine ich auch unsere männlichen Kollegen und andersrum mein ich natürlich auch die weiblichen Kollegen wenn ich von Altenpflegern rede.

Um den Blog hoffentlich übersichtlich zu gestalten, habe ich für jedes Lernfeld eine Kategorie erstellt in die ich die Themen nach bestem Wissen und Gewissen einordnen werde. Dabei habe ich auf die Unterkategorien wie 1.1.2 usw verzichtet und nur 1.1 und dann 1.2 verwendet.

Nun wünsche ich euch einen schönen Abend,
ich freue mich auch angeregte und fachliche Kommentare und Diskussionen 🙂

Kati (kaap19)